Die Behauptung, mit nur einer ganz bestimmten Stellung gut Billard spielen zu können, ist eine Übertreibung. Es gibt genau so
viele Körperstellungen wie Spieler. Trotzdem gelten bestimmte Grundregeln, die eingehalten werden sollten. Die folgende
Beschreibung gilt für Rechtshänder, Linkshänder müssen also umgekehrt vorgehen.
Der Körper
Der linke Fuß soll etwas vor dem rechten stehen. Die Zehenspitzen können im Verhältnis zur Spielrichtung etwas schräg
nach vorn ausgerichtet sein. Wie groß der Abstand zwischen beiden Füßen sein soll und wie tief Sie in die Knie gehen
müssen, hängt von Ihrer Körpergröße ab. Grundsätzlich sollten Sie Ihr Kinn sozusagen auf das Queue auflegen
können, ohne es dabei zu berühren. Achten Sie darauf, daß das Queue parallel zur Tischoberfläche ausgerichtet
ist. Statt das hintere Ende des Queues zu heben, um es auf diese Weise mit dem Kinn zu erreichen, sollten Sie sich tiefer herunterbeugen.
Das Zielauge muß unbedingt über dem Queue liegen, da Sie sonst Ihr Ziel verfehlen. Diese Stellung dürfte etwa der Position
eines Schützen entsprechen, der bereit ist, den Abzug zu ziehen.
Abbildung 9:
Die Körperhaltung
Die Handstellung
Legen Sie die linke Hand mit der äußeren Kante (kleiner Finger und Handkante) auf den Tisch. Dann setzen Sie nacheinander die
Fingerspitzen auf, und zwar so, daß zwischen jedem Finger ein Abstand bleibt. Bringen Sie den Daumen mit dem Zeigefinger in
Berührung; dabei biegen Sie den Zeigefinger, um einen Verschluß zu bilden. Wenn Sie dies richtig machen, bildet sich zwischen
Daumen und Zeigefinger eine Öffnung, durch die das Queue gleiten soll (siehe Abbildung 10). Sie können leicht kontrollieren,
ob Sie das Queue richtig halten, indem Sie etwa 10 bis 15 cm der Queuespitze vor der Berührungsfläche zwischen Daumen und
Zeigefinger liegen lassen (siehe Abbildung 11). Dann müssen Sie Ihren Griff um das Queue so verändern, daß Ihr
rechter Arm einen rechten Winkel zwischen Ober- und Unterarm bildet. Achten Sie darauf, daß Ihr Handgelenk gestreckt und der
Griff um das Queue entspannt ist. Wiederholen Sie den beschriebenen Vorgang wie folgt.
Abbildung 10:
Die Handstellung
Bilden Sie mit der linken Hand eine Brücke, indem Sie mit dem Handrücken, dem kleinen Finger und den restlichen
Fingerspitzen die Tischoberfläche berühren. Der Daumen sollte wenn möglich über den Zeigefinger gebogen werden,
wodurch sich ein Verschluß bildet. Legen Sie das Queue in die Öffnung und korrigieren Sie den Griff hinten so, daß
Ober-und Unterarm einen rechten Winkel bilden. Ihr linker Fuß sollte ein wenig vor dem rechten stehen, sodaß Sie sich
mühelos vornüber beugen können, bis Sie das Queue mit dem Kinn erreichen.
Abbildung 11:
offene Handstellung
Die oben abgebildete Handstellung ist eine von mehreren, die man als offene Handstellungen bezeichnet. Das bedeutet, daß das
Queue auf die eine oder andere Art auf der Hand ruht. Es gibt auch geschlossene Handstellungen, bei denen das Queue in der Hand ruht.
Für Anfänger sind offene Handstellungen zu empfehlen, weil so das Queue bis vorne zur Spitze sichtbar ist.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß diese Handstellungen für die meisten Situationen benützt werden können und
zudem einfach und anpassungsfähig sind. Um weitere mögliche Situationen meistern zu können, sollten Sie jedoch noch
andere Handstellungen kennen. Indem Sie den Zeigefinger vorschnellen lassen oder an sich ziehen, können Sie die Höhe der Hand
anpassen. Auf diese Weise können Sie diese Stellung auch in Situationen ausnutzen, in welchen der Spielball sehr nahe bei der
Bande liegt und Sie die Hand auf die Bande legen müssen. Es gibt in einem derartigen Fall aber auch noch eine stabilere
Möglichkeit, um den Ball zu treffen, ohne daß Sie das hintere Ende des Queues unbedingt heben müssen
(siehe Abbildung 12).
- Legen Sie die Handfläche so auf die Bande, daß die Finger dicht nebeneinander liegen.
- Heben Sie den Zeigefinger ein klein wenig, ohne deshalb die Bande mit den Fingerspitzen loszulassen.
- Biegen Sie dann den Daumen zur Handfläche hin, sodaß sich zwischen Daumen und Zeigefinger eine Öffnung bildet.
Abbildung 12:
Wenn Sie dies richtig getan haben, sollten Sie auch in dieser Situation das Queue weitgehend parallel zur Tischoberfläche halten
und den Spielball problemlos treffen können. Dies ist sehr wichtig, da Sie sonst Schwierigkeiten beim Zielen haben. Wenn der
Spielball etwa 10 bis 15 cm von der Bande entfernt liegt, können Sie sich auch für eine geschlossene Handstellung
entscheiden (siehe Abbildung 13). Diese kommt folgendermaßen zustande:
- Biegen Sie den Daumen so zur Handfläche hin, daß der Daumenrücken parallel zum Zeigefinger verläuft.
- Setzen Sie dann die Hand auf der Bande auf und lassen Sie das Queue entlang der Stütze liegen,
die der Daumen nunmehr bietet.
- Verschieben Sie den Zeigefinger so, daß er über dem Queue auf dessen rechter Seite und der Mittelfinger
auf dessen linker Seite zu liegen kommt.
- Wenn es die Lage des Spielballs ermöglicht, sollten Sie den Rand der Bande mit den Fingerspitzen umfassen.
Abbildung 13:
Wollen Sie kontrollieren, ob dies die richtige Handstellung ist, werden Sie feststellen, daß Sie das Queue jetzt nur vom Körper
wegdrehen, nicht aber zum Körper hindrehen können. Diese Handstellung bietet Ihnen einen guten Halt und ermöglicht einen
korrekten und geraden Stoß. Gute Billardspieler wenden im weiteren auch häufig eine geschlossene Handstellung an, die allerdings
nicht ganz so einfach zustandezubringen ist (siehe Abbildung 14):
- Setzen Sie die linke Hand auf dem Tisch auf und drehen Sie Ihre Hand auf hochkant, sodaß nur der kleine Finger und die Handseite die Tischoberfläche berühren.
- Setzen Sie anschließend nacheinander den kleinen Finger, den Ringfinger und den Mittelfinger auf und lassen Sie zwischen den Fingern einen Abstand.
- Halten Sie den Daumen gegen den Knochen des Mittelfingers, sodaß die Spitze des Zeigefingers mit dem Mittelfinger und dem Daumen in Berührung kommt.
Abbildung 14:
Der Sinn dieses Vorgehens liegt darin, daß das Queue jetzt durch den Schlitz geführt wird, der sich zwischen Mittelfinger,
Zeigefinger und Daumen gebildet hat. Diese Handstellung bietet Ihnen eine gute Stütze und erleichtert die Ausführung eines
geraden Stoßes. Sie ist jedoch nur anzuwenden, wenn sie korrekt ausgeführt werden kann, sie hat jedoch auch dann für
den Anfänger einen kleinen Nachteil: Da der Zeigefinger jetzt über dem Queue liegt, kann man nur die äußerste Spitze
zum Zielen zu Hilfe nehmen. Außerdem ist diese Handstellung keine Patentlösung für alle sich ergebenden Situationen und
muß oft geändert werden. Am Anfang sollten Sie die drei ersten Handstellungen sorgfältig einüben. Die zuletzt
beschriebenen können Sie aufsparen, bis Sie die Kunst des Zielens und der Stöße beherrschen.