Die Tischbanden sind mit eingelegten Plastikmarkierungen, sogenannten Diamanten, versehen. Diese helfen Ihnen, beim
indirekten Spiel den Winkel abzuschätzen. Für das Karambol-Billard sind diese Diamanten außerordentlich wichtig, da dieses
Spiel auf dem Bandenspiel aufgebaut ist.
Beim Pool-Billard hingegen sind solche Stöße eher als notwendiges Übel zu betrachten, da sie immer ein Risiko in
sich bergen. Am besten werden daher Situationen vermieden, die sich nur durch das Spiel über die Bande lösen lassen. Immer
wird das allerdings nicht möglich sein, deshalb müssen Sie auch die Technik des Bandenspiels beherrschen, auf welche wir im
nächsten Kapitel noch näher eingehen werden.
Abbildung 44:
Nur weil aber das Spiel über die Bande etwas ist, das Sie nach Möglichkeit vermeiden sollten, bedeutet das aber nicht,
daß Sie nicht wissen sollten, wie es funktioniert. Es gibt achtzehn Diamanten, jede Bandenseite ist mit deren drei markiert. Die
Abstände zwischen den Diamanten sind alle gleich groß. Zu den achtzehn Diamanten des Pool-Tisches kommen noch sechs weitere
Anhaltspunkte: die sechs Löcher. Ein Carambole-Tisch hat 20 Diamanten, da hier, durch das Fehlen der Löcher, die Mitten der
Längsbanden ebenfalls mit Diamanten markiert sind. Wenn Sie einen Ball ganz ohne Effet- oder Schraubenwirkung und in ruhigem
Tempo spielen, sollten Einfall- und Ausfallwinkel an der Bande gleich groß sein. Achten Sie darauf, wenn Sie an einen neuen Tisch
treten, auf dem Sie später ein Match austragen werden. Prüfen Sie zuerst, ob der Tisch perfekt nivelliert ist und wie schnell
es sich darauf spielen läßt. Dann kontrollieren Sie, wie die Banden reagieren. Hat das Spiel einmal angefangen, ist es
für derartige Kontrollen zu spät, und Sie könnten unangenehm überrascht werden.
Das Verhältnis Einfall-/Ausfallwinkel können Sie wie folgt anhand der Diamanten überprüfen:
- Setzen Sie den Spielball auf einen beliebigen Punkt entlang einer gedachten Linie zwischen dem nicht vorhandenen Punkt
einer Ecktasche und dem mittelsten Punkt an der anderen Längsbande
Wenn Sie jetzt einen Ball genau entlang dieser Linie spielen, und zwar ganz ohne Effet und in einem ruhigen Tempo, sollte er auf der
eigenen Seite ins Mittelloch fallen. Da jedoch der Aufprall an den Banden von Tisch zu Tisch variieren kann, ist es nicht gesagt,
daß dies immer stimmt. Wird der Stoß ein bißchen zu kurz, d. h. er trifft die Längsbande vor dem Loch, können
Sie das dadurch korrigieren, daß Sie ein wenig rechts vom mittleren Diamanten spielen. Sollte aber der Stoß etwas zu
lang werden, d. h. nach dem Mittelloch auf die Bande treffen, behalten Sie beim nächsten Stoß den mittleren Diamanten als Ziel
bei und spielen den Ball etwas härter an. Das gleiche Verfahren können Sie auch anwenden beim Spiel in die Ecktasche über
die Kurzbande und beim Spiel in die Ecktasche über die Längsbande (siehe Abbildung 46). Vergessen Sie aber nicht, den
nächsten Stoß entsprechend zu korrigieren. Wenn Sie diese Bandenstöße fleißig üben, immer im
gleichen Tempo und ohne irgendwelche Schraubstöße, können Sie eine recht große Sicherheit erreichen.
Anschließend steigern Sie das Tempo bei den Stößen. Wenn es Ihnen weiterhin gelingt, die Mitte des Spielballes zu
treffen, wird sich der Ausfallwinkel im Verhältnis zum Einfallwinkel verkleinern.
Wenn Sie je in die Situation kommen, an einem noch nicht bekannten Tisch spielen zu müssen, dessen Banden Sie vorher nicht
ausprobieren konnten, wenden Sie folgende Taktik an: Spielen Sie bei Bandenstößen etwas härter. Dadurch wird der
Stoß nämlich ein wenig "mechanischer", und die Bande hat einen entsprechend kleineren Einfluß.